Die Verteidigung oder der letzte große Schritt

Es sind lange Ferien, das erste Mal seit über drei Jahren habe ich Ferien, die ich so wie die meisten anderen Lehrer*innen geniessen kann. Im Urlaub. Diesmal denke ich nicht daran, dass ich eigentlich noch das Kapitel überarbeiten müsste oder am Literaturverzeichnis noch etwas ändern muss. Trotzdem schwebt in meinem Kopf, dass ich nächste Woche mich zumindest noch um einige andere Dinge kümmern muss, die irgendwie doch noch mit meiner Doktorarbeit zusammen hängen. Aber der letzte große Schritt ist gemacht. Der Hut steht auf meinem Regal und fängt an zu stauben. Was noch fehlt ist die Veröffentlichung. Eigentlich eine Formsache, aber irgendwie stehe ich doch wieder vor einem großem Fragezeichen. Einen Verlag oder doch „nur“ online? Aber das ist eine andere Geschichte, die ich zu einem anderen Zeitpunkt erzählen möchte. An dieser Stelle will nur gesagt sein, dass wer dazu hilfreiche Tipps hat, darf mich gerne kontaktieren. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Dissertation, Vortrag

Wie wird man eigentlich fertig?

Dissertation abgegeben ✔

Irgendwann konnte ich die Frage „Wann bist du denn fertig“ nicht mehr hören. Wie weit bist du? Was fehlt dir noch? Das sind Fragen, die konnte ich beantworten ohne eine Aussage zu treffen, von der ich selbst nicht wirklich wusste, ob sie wahr ist. Irgendwann werde ich fertig, sagte mir eine Stimme im Kopf. Aber wann das ist, wusste ich lange nicht oder ich wollte mir selbst keine Deadline setzen, die ich nicht einhalten kann.

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Eingeordnet unter Dissertation

Orte zum Schreiben

Es sind Sommerferien und auf mein Dachfenster plätschert der Regen vor sich hin. Draußen ist es kühl und ich sitze an meinem Schreibtisch vor meinem Laptop und pflege die Korrekturen ein, die eine liebenswerte Freundin zu meiner Arbeit gemacht hat. Wieder ist ein Jahr vergangen in dem es viele Ferien gab, die ich an ganz verschiedenen Orten verbracht habe, um meine Dissertation voranzubringen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Arbeitsalltag

Tine goes Gemeinschaftsschule – for real

Irgendwie bin ich mehr angekommen im Leben einer Lehrerin als ich es vor dem Referendariat vermutet habe. Meine Promotion ist zu einer Fernbeziehung geworden, die ich in den Ferien sehe. Gerade sind die Sommerferien wieder vorbei und in diesen sechs Wochen sind wir uns wieder näher gekommen, haben angefangen darüber zu diskutieren, was wir denn eigentlich gemacht haben und welche Relevanz unser Vorhaben hat. Es ging also um die großen Zusammenhänge. Nun mussten wir uns leider wieder trennen und ich vermisse sie schon ein bisschen.

Aber im Gegensatz zu anderen Dingen in meinem Leben, konnte ich meine Promotion in eine große Kiste packen und mit nach Tübingen umziehen. Jetzt leben und arbeiten ich daran einfach in einer anderen Bibliothek und kaufe Club Mate in der Mittagspause an einem anderen Kiosk. Oder aber in meinem kleinen Arbeitszimmer unterm Dach einer WG in Tübingen. Sie ist zwar immer dabei, aber leider habe ich wenig Zeit für sie und mir fehlt meine treue menschliche Begleiterin dazu, deren Dissertation ebenfalls ein Ferienprojekt geworden ist.

Schon während dem Referendariat und lange bevor das Bewerbungsverfahren für die Stellen angefangen hat, habe ich lange und immer wieder überlegt, was ich denn jetzt eigentlich machen will und mir dabei viele Fragen gestellt.

Schule oder Wissenschaft? Und wenn Schule, dann wo und wie? Wissenschaft, Hochschule oder doch etwas ganz anderes? Vielleicht doch in der irgendwo in der Wirtschaft?

Da es nicht mehr die Zeit ist in der Mathelehrerinnen mit beliebigem Zweitfach händeringend gesucht werden (oder mir das Seminar zumindest genügend Angst mit den Worten „Mobilität und Flexibilität“ gemacht hat), habe ich früh angefangen wieder über den Tellerrand zu schauen und überlegt was es da noch so gibt. Da die Promotion noch nicht abgeschlossen ist, fielen viele Stellen in der Hochschule aus. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich doch mehr Planungssicherheit brauche und schon im Dezember kribbelten die Füße, dass ich nicht wusste wo und ob ich ab September überhaupt Arbeit haben werden. Stellen an den Hochschulen werden oft kurzfristiger vergeben als es mir lieb ist und zudem würde ich dann zwei oder drei Jahre später wieder mit den selben kribbelnden Füßen da stehen. Auch wenn ich die Arbeit an der Hochschule sehr mag… irgendwie war der Wunsch nach einer festen Stelle und besserer Bezahlung doch größer. Nach zehn Jahre studieren und lernen will ich auch mal das Gefühl haben Geld zu verdienen mit dem ich nicht nur gut über die Runden komme, sondern mir damit auch ein viel zu teures Fahrrad leisten zu können ohne dafür zwei Jahre zu sparen.

Also habe ich ab Dezember wieder lauter Luftballons steigen lassen und geschaut was passiert. Zunächst (im Dezember) in Richtung Internate, deren Antwort kam aber so spät (im Mai), dass es scheinbar dafür jetzt nicht dir richtige Zeit war. Die Stellenausschreibungen des Landes an Gymnasien kamen recht schnell ohne Einladung zu Vorstellungsgesprächen zurück. Meine Noten waren für sie scheinbar wichtiger als mein Vita – und diese konnten nicht überzeugen. Ich finde es schade, dass viele Gymnasien doch lieber den Einser Kandidaten mit Fokus auf seine Fächer bevorzugen als jemand der sich mehr für Schule und Bildung interessiert und damit einen andern Blick auf diese Institution hat. Ein anderes Gefühl hatte ich bei einem Vorstellungsgesprächen an einer Gemeinschaftsschule. Als ich die Stellenausschreibung las, dachte ich: oh ja, das wäre etwas für mich – war zunächst recht aufgeregt und fest entschlossen mich zu bewerben. Mein kurzer Ausflug an eine Gemeinschaftsschule hatte mich bestätigt, dass so etwas eine Schule für mich sein könnte, aber eben auch nicht an jeder Schule und unter allen Umständen. Die Schule in Tübingen wollte ich mir anschauen und im Bewerbungsgespräch hatte ich das Gefühl, dass hier Schule anders verstanden wird als ich es von anderen Schulen gewöhnt bin. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass hier mehr Raum (und die Größe) für die vielen Ideen sind, die ich gerne ausprobieren würde und vielleicht auch wieder ein Umfeld wie an der PH, an dem man gerne experimentiert. Eine Gemeinschaftsschule – raus aus meinem Nest in Heidelberg (ich bin ja flexible und mobil…) Ich wollte lieber irgendwohin gehen und mich dafür entscheiden, als im Juni einen Brief zu bekommen, der mich an eine beliebige Schule (womöglich doch in der Provinz) zuteilt. Meine eigene Entscheidung war mir wichtiger als eine Zuteilung, die dem Lottospielen gleicht.

Als das Angebot kam, musste ich dennoch lange überlegen, weil ich nicht wirklich wusste welche kurz- oder langfristigen Folgen dieser Wechsel hat. Viele Telefonate mit Freunden und Kollegen haben mir bei der Entscheidung geholfen. In meinen Ohren klang aber auch oft: Da kommst du nicht wieder weg. So richtig will sich das RP auch nicht festlegen, ob ein Wechsel an ein Gymnasium danach noch realistisch ist. Ich verstehe nicht, warum es für Gymnasiallehrer*innen so unattraktiv gemacht wird an eine Gemeinschaftsschule zu wechseln. Warum Beamtensein so wenig flexibel ist und so wenig Raum bietet sich auszuprobieren oder zu verändern? Eine Zusage fühlt sich an als würde ich ein Blinddate am selben Tag heiraten müssen. Und ich habe doch immer gesagt, dass ich erst Beamtin sein will, wenn ich ein Haus gebaut habe. Ohne Haus, dafür mit viel Mut und Idealismus habe ich mich dann dafür entschieden die Stelle an dieser Schule – mit den vielen Möglichkeiten und Unsicherheiten, die sie mir bietet – anzunehmen. Wenn ich prinzipiell für diese Schulart bin, dann muss ich auch selbst den Schritt wagen an ihr zu unterrichten – auch wenn ich die Folgen nicht abschätzen kann. So stelle ich mich dem Unbekannten, der Herausforderung, dem Chaos und mit viel zu wenig Vorbereitung von Seiten meiner Ausbildung, was da auf mich zukommt. Aber warum auch nicht? Ich bin gespannt auf die Dinge die da kommen werden.

Nach der ersten Schulwoche stehe ich mit großen Augen vor der Vielfalt dieser Schule und bin froh ein Teil davon zu sein. Mit sieben unterschiedlichen Klassen und 150 verschiedenen Schüler*innen, die mich mit großen Augen anschauen (oder gelangweilt woandershin) und genauso wenig wie ich wissen, was da in diesem Schuljahr auf sie zukommt. Jeder Kurs so anders und speziell, dass ich mich sehr darüber freue ihn kennenzulernen und gespannt bin, was ich am Ende vom Schuljahr für Erfahrungen gemacht habe. Aber vor dem Ende ist das erst einmal ein Anfang … .

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Eingeordnet unter Arbeitskram, Schule

Verknüpfung von Schule und wissenschaftlicher Forschung (gescheitert?)

Teil des 2. Staatsexamens ist es die sogenannte „DUE“ (Dokumentation einer Unterrichtseinheit). Das bedeutet, eine Unterrichtseinheit, soll besonders gut durchdacht und mit einer Innovation durchgeführt und im Anschluss reflektiert. Schnell war klar, dass ich sie im Fach Mathematik machen werde. Neuer innovativer Ansatz war halbwegs schnell über die Methode gefunden und neue Methoden kann man ja in jeder Klasse zu (fast jedem Thema) einsetzen. Input und Anregungen dazu habe ich mir an der PH geholt und motiviert die Welt (oder zumindest meine Klasse) zu verbessern, bin ich mit meinem Projekt „Plickers zur Förderung von Diskussionsprozessen“ gestartet. Man kann das als eigenes kleines Forschungsprojekt in der Schule sehen, statt der Dokumentation einer Unterrichtseinheit – zumindest war das mein Gedanke. „Pilotierung“ erfolgte noch vor den Sommerferien in der 10. Klasse oder zumindest wurden dort die Plickers mal angetestet und geschaut, wie die Schüler*innen darauf reagieren.

Was sind eigentlich Plickers? Plickers ist ein Audience Responce System (Wie die Clickers bei „Wer wird Millionär?“) das mit einem Handy und Papierkarten als Abstimmungsgeräte funktioniert. Also weder das Prinzip „Bring your own Device“, was sich in der Schule als schwierig umzusetzen lässt noch von mir bereitgestellte Hardware Clickers und dazu teure Software ist nötig. Plickers funktioniert mit meinem Handy, das die Papierkarten, die eine Art QR-Code darstellen einscannt. Je nachdem welche Seite des DIN A4 Blattes die Kinder nach oben halten, stimmen sie mit A, B, C oder D ab. Die Abstimmung mit Fragen und einfacher Auswertung kann mit einem internetfähigen Rechner oder eben einem Smartboard live verfolgt werden. Smartboards gibt’s in der Schule, einen Drucker auch und mein eigenes Handy habe ich. Fertig ist das Audience Responce System. Kostenpunkt: Papier und Druckerfarbe. (Auch für einen Referendar erschwinglich oder eben in der Schule zu drucken)

Acht Stunden unterrichten, reflektieren und aufschreiben. Klingt erst einmal gar nicht so schwer, wenn man eine Studie mit 18 Klassen hinter sich hat und darüber eine Promotion schreiben will. Irgendwie hab ich mich auch auf die Zeit gefreut und das aufschreiben, das jetzt in den Weihnachtsferien stattfinden soll.
Aber es kommt ja doch immer anders als man denkt. So eine Unterrichtseinheit während des Referendariates ist natürlich etwas anderes als sich nur eine Stunde in einer Klasse zu erforschen und dafür eine Ewigkeit Vorlauf hatte. Aktionsforschung sollte es ein, aber das ist schwer, wenn man sowohl didaktisch als auch methodisch bei dem Thema fast bei Null beginnt. Und Schüler*innen einer 8. Klasse sind eben doch eine Störvariable, die ich in der Zeit nicht kontrollieren konnte. Die interessieren sich nicht dafür, dass man ja jetzt eigentlich „erforschen“ will, was man da gerade tut und die Methode, die man benutzt noch viel mehr erreichen soll, als gerade Abwechslung zu bringen. Eine dokumentierte Einheit macht es auch nur schwer möglich, spontaner und vielleicht besser angepasst auf die Schüler*innen zu reagieren. Man will sich ja nicht direkt eingestehen, dass man didaktisch und methodisch irgendwie falsch geplant hat und hegt die Hoffnung, dass es doch irgendwie klappt. Zudem sind Lineare Gleichungssysteme wirklich kein Thema bei dem man die Schüler*innen mit anderen Dingen ablenken sollte, wenn sie sich sowieso schon zu genügend von sich selbst ablenken lassen. Fazit auch bevor die Arbeit geschrieben ist: Forschungsziel und eigene Ansprüche mit der DUE nicht erreicht. Wie und woran das genau lag, hoffe ich in den nächsten drei Wochen zu Papier zu bringen. Unabhängig von der DUE kommt mit während des Refs immer wieder der Gedanke, dass die Verknüpfung von Schule und Wissenschaft doch irgendwie besser funktionieren muss… .

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19. Dezember 2015 · 10:57

Motivation ist ….

Ich darf mir erst ein neues Mountainbike kaufen, wenn ich die Dissertation abgegeben habe.
(Und wenn das andere vorher kaputt geht, muss ich im Winter wohl wieder zum Spinning.)
*grml*

 

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Eingeordnet unter Dissertation

Endlich wieder Zeit, um über meine Arbeit nachzudenken

Irgendwann in meiner Studienzeit, kurz vor den Semesterferien, in einer Kommission mit vielen Studierenden und wenig Professoren, fragte uns am Ende der Vorsitzende, ein manchmal etwas zerstreuter Professor der Mathematik, was wir denn in den Ferien vor hätten. Wir erzählten von unseren Plänen (ich glaube damals hatte ich vor auf Korsika zu wandern) und er freute sich auch auf die Semesterferien und seinen Urlaub, denn: „Dann habe ich endlich wieder Zeit, um über Mathematik nachzudenken“. Auf der einen Seite kam mir das damals etwas fremd vor, denn wir waren eher froh, dass wir die Mathematik mal für eine Zeit zur Seite legen konnten, bevor das Semester beginnt und uns mit anderen Dingen zu beschäftigen.  Auf der anderen Seite fand ich seine Begeisterung und Vorfreude amüsant und zum schmunzeln. Ja, ich wusste damals schon, dass Professoren und auch andere Hochschulangehörige viel administrative Arbeit haben und irgendwie nie Zeit ist, das zu tun, was man eigentlich tun will, aber sich mehr darauf zu freuen Mathematik zu machen als in den Bergen zu wandern?! Auch ich genoss später die Semesterferien immer sehr, weil es einfach ruhiger auf den Fluren ist und ich mich auch auf meine Forschung zu konzentrieren konnte. Was seine Vorfreude aber wirklich bedeutet und die Beschäftigung mit der Mathematik Urlaub darstellt, konnte ich nicht nie so ganz erfassen. Ich gehörte aber auch nie zu der Sorte Studentin, die Mathematikskripte oder Bücher in den Urlaub mitnimmt und liest, wie manch andere Freunde von mir (beachte die Mehrzahl!).

Vor ein paar Tagen haben die Sommerferien begonnen und die meisten meiner Mitreferendar*innen haben Urlaubspläne und werden die freie Zeit genießen. Ich mache nicht Urlaub auf Balkonien, sondern Urlaub in der Bibliothek und ich muss wirklich sagen, dass ich mich darauf freue, ähnlich wie der Professor damals von seinen Plänen erzählt hat. Zugegebenermaßen habe ich in den letzten Woche neben Projekttagen und letzten Schulwochen einige freie Zeit genossen und meine Arbeit für die Promotion auf die Ferien geschoben. Auch heute bin ich noch im Homeoffice und versuche meinen Schreibtisch aufzuräumen, sowie Zettel und Kram zu sortieren. Aber der Gedanken sich wieder Tag für Tag vor den Computer, die Zahlen, die Diagramme und das Manuskript zu setzen lässt mich doch etwas Vorfreude aufkommen.

6 Wochen Ferien. Eine Woche davon mache ich selbst noch Urlaub. Mal sehen, wie weit ich in der Zeit komme. In der letzten Woche habe ich schon ein bisschen dran gesessen, um wieder rein zu kommen und so langsam nimmt auch das vorletzte (oder vorvorletzte) Kapitel Form an.

Meine To-Do-Liste für die Ferien:

  • Kapitel über die quantitative Studie fertig schreiben
  • SPSS Lizenz besorgen
  • Paper für die ICME einreichen
  • DUE vorbereiten
  • Unterricht vorbereiten
  • Diskussionsteil schreiben
  • Literaturverzeichnis Fehler beheben
  • mal wieder draußen klettern
  • Katha ihren Schlafsack zurückgeben

Und wer braucht schon Urlaub, wenn sie noch von Erinnerungen an eine schöne Zeit in Südamerika zehren kann?

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                Peru, Salkantay Trek

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