Verknüpfung von Schule und wissenschaftlicher Forschung (gescheitert?)

Teil des 2. Staatsexamens ist es die sogenannte „DUE“ (Dokumentation einer Unterrichtseinheit). Das bedeutet, eine Unterrichtseinheit, soll besonders gut durchdacht und mit einer Innovation durchgeführt und im Anschluss reflektiert. Schnell war klar, dass ich sie im Fach Mathematik machen werde. Neuer innovativer Ansatz war halbwegs schnell über die Methode gefunden und neue Methoden kann man ja in jeder Klasse zu (fast jedem Thema) einsetzen. Input und Anregungen dazu habe ich mir an der PH geholt und motiviert die Welt (oder zumindest meine Klasse) zu verbessern, bin ich mit meinem Projekt „Plickers zur Förderung von Diskussionsprozessen“ gestartet. Man kann das als eigenes kleines Forschungsprojekt in der Schule sehen, statt der Dokumentation einer Unterrichtseinheit – zumindest war das mein Gedanke. „Pilotierung“ erfolgte noch vor den Sommerferien in der 10. Klasse oder zumindest wurden dort die Plickers mal angetestet und geschaut, wie die Schüler*innen darauf reagieren.

Was sind eigentlich Plickers? Plickers ist ein Audience Responce System (Wie die Clickers bei „Wer wird Millionär?“) das mit einem Handy und Papierkarten als Abstimmungsgeräte funktioniert. Also weder das Prinzip „Bring your own Device“, was sich in der Schule als schwierig umzusetzen lässt noch von mir bereitgestellte Hardware Clickers und dazu teure Software ist nötig. Plickers funktioniert mit meinem Handy, das die Papierkarten, die eine Art QR-Code darstellen einscannt. Je nachdem welche Seite des DIN A4 Blattes die Kinder nach oben halten, stimmen sie mit A, B, C oder D ab. Die Abstimmung mit Fragen und einfacher Auswertung kann mit einem internetfähigen Rechner oder eben einem Smartboard live verfolgt werden. Smartboards gibt’s in der Schule, einen Drucker auch und mein eigenes Handy habe ich. Fertig ist das Audience Responce System. Kostenpunkt: Papier und Druckerfarbe. (Auch für einen Referendar erschwinglich oder eben in der Schule zu drucken)

Acht Stunden unterrichten, reflektieren und aufschreiben. Klingt erst einmal gar nicht so schwer, wenn man eine Studie mit 18 Klassen hinter sich hat und darüber eine Promotion schreiben will. Irgendwie hab ich mich auch auf die Zeit gefreut und das aufschreiben, das jetzt in den Weihnachtsferien stattfinden soll.
Aber es kommt ja doch immer anders als man denkt. So eine Unterrichtseinheit während des Referendariates ist natürlich etwas anderes als sich nur eine Stunde in einer Klasse zu erforschen und dafür eine Ewigkeit Vorlauf hatte. Aktionsforschung sollte es ein, aber das ist schwer, wenn man sowohl didaktisch als auch methodisch bei dem Thema fast bei Null beginnt. Und Schüler*innen einer 8. Klasse sind eben doch eine Störvariable, die ich in der Zeit nicht kontrollieren konnte. Die interessieren sich nicht dafür, dass man ja jetzt eigentlich „erforschen“ will, was man da gerade tut und die Methode, die man benutzt noch viel mehr erreichen soll, als gerade Abwechslung zu bringen. Eine dokumentierte Einheit macht es auch nur schwer möglich, spontaner und vielleicht besser angepasst auf die Schüler*innen zu reagieren. Man will sich ja nicht direkt eingestehen, dass man didaktisch und methodisch irgendwie falsch geplant hat und hegt die Hoffnung, dass es doch irgendwie klappt. Zudem sind Lineare Gleichungssysteme wirklich kein Thema bei dem man die Schüler*innen mit anderen Dingen ablenken sollte, wenn sie sich sowieso schon zu genügend von sich selbst ablenken lassen. Fazit auch bevor die Arbeit geschrieben ist: Forschungsziel und eigene Ansprüche mit der DUE nicht erreicht. Wie und woran das genau lag, hoffe ich in den nächsten drei Wochen zu Papier zu bringen. Unabhängig von der DUE kommt mit während des Refs immer wieder der Gedanke, dass die Verknüpfung von Schule und Wissenschaft doch irgendwie besser funktionieren muss… .

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Ein Kommentar

19. Dezember 2015 · 10:57

Eine Antwort zu “Verknüpfung von Schule und wissenschaftlicher Forschung (gescheitert?)

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